China 1999

Nach teilweise turbulenter Planungsphase kamen wir am 1. November der Erfüllung unserer Erwartungen den entscheidenden Schritt näher. Wir trafen uns frohen Mutes und guter Laune am Flughafen Nürnberg zum Zubringerflug nach Beijing. Nach nur ca. halbstündigem Flug, der für einige der Gruppe der 1. Flug ihres Lebens gewesen ist, waren wir in Frankfurt. Dort gingen wir 2 Stunden später an Bord einer Boing 737 Richtung Beijing. Nach dem 9-stündigen Flug erreichten wir Beijing um 9 Uhr morgens. Somit hatten wir den gesamten ersten Tag, um uns in der für uns neuen Kulturlandschaft einzugewöhnen. In den nächsten 5 Tagen sammelten wir neben den Kulturstätten wie Verbotener Stadt, Kaiserpalast und Großer chinesischer Mauer auch erste Eindrücke von Chinas Forschungs-, Ausbildungs- und Industriebereich durch Besuche der Tsinghua und Beijing Universität, den beiden Universitäten, die über alle Fachbereiche hinweg, die angesehnssten in China sind, sowie des Siemens Ltd. China Management Institut. Am Abend des achten Tages erreichten wir Jinan, die Hauptstadt der bayrischen Partnerprovinz Shandong. Hier kamen wir im Foreign Student Complex unter, dem Gebäude auf dem Campus, in dem normalerweise die ausländischen Gaststudenten wohnen, und das schon einen höheren Standart hat als die normalen Studentenwohnungen. Von hier aus starteten wir in den kommenden 5 Tagen zum Beispiel zur Besichtigung der Shandong Universität, unserer Partneruniversität, oder zur Besteigung des Tai Shan, dem heiligsten Berg Chinas. Außerdem besuchten wir in Jinan das Bavarian Office, eine Einrichtung der bayrischen Staatsregierung, die bayrischen Unternehmen Hilfestellungen beim Aufbau geschäftlicher Beziehungen in China gibt, und die Siemens Transformer Company. Hier erhielten wir unseren ersten Eindruck von der industriellen Wirklichkeit in China, insbesondere in einer ländlichen Gegend wie Jinan. Durch die Umstellung des Flugplans, von der wir vor Ort überrascht wurden, disponierten wir um und spielten somit an diesem Tag mit den Studenten der Shandong Universität Fußball. In Folge des schlechten Wetters mußten wir vier Stunden auf dem Flughafen warten, erreichten aber dann doch, nach einem waghalsigen Flug, gut Xi´an. Die Verkürzung unseres Aufenthalts hatte leider zur Folge, dass der Besuch bei Siemens gestrichen werden mußte und nur die schon bezahlten Besichtigungen durchgeführt werden konnten: die Terrakotta Armee, Wildgans Pagoden und die für China vorbildliche Stadtmauer. Schon waren die beiden Tage vorüber und unsere Reise führte uns auf ETG - Neuland nach Nanjing. Von hier aus unternahmen wir einen Ausflug in die Nachbarstadt Chuzou zu einer Kühlschrankfabrikation der Bosch - Siemens - Hausgeräte. Hier standen an diesem Tag die Bänder still, weil es Schwierigkeiten mit einem Lieferanten gab. Trotzdem, oder gerade deshalb war diese Firmenbesichtigung sehr informativ und kurzweilig. Einen unvergessenen Eindruck hinterließ auch der Mönch eines Klosters, was wir besuchen durften. Von Mitarbeitern der Nanjing Universität wurde uns diese, der Purple Mountain und andere weiter Kulturstätten der Stadt gezeigt. Und schon folgte die nächste Premiere auf dieser Reise: Wir fuhren mit dem Zug von Nanjing nach Shanghai, eine Erfahrung, die sicherlich keiner von uns missen will. Kaum in Shanghai angekommen, begann unser offizielles Programm. Doch unsere Koffer mit den Anzügen waren durch das besondere Transportsystem der chinesischen Eisenbahn noch nicht angekommen, so blieb uns nichts anderes übrig, als den Besuch der Tongji Universität und des chinesisch - deutschen Hochschulkollegs so zu starten wie wir waren!! An diesem Freitagabend wurde im German Center, einer Einrichtung, die den deutschen Firmen und ihren in Shanghai arbeitenden deutschen Mitarbeiter eine Anlaufstelle gibt, der Film Feuerzangenbowle gezeigt, wozu wir eingeladen waren. Shanghai haben wir dann überwiegend auf eigene Faust erkundet und den Unterschied zu Beijing deutlich gespürt. Da Volkswagen in Shanghai die Santana Produktion aufgebaut hat, bot sich hier ein Besuch an. Mit diesem endete unser offizielles Programm. Wir ließen die Reise im gemütlichen Kreis ausklingen. Bevor wir am nächsten Tag den Lufthansa - Flug in Shanghais neuem Flughafen antraten um dann nach fast vierundzwanzig Tagen wieder nach Hause zurückzukehren, bummelten wir noch durch das Gewimmel eines typischen Kleidermarktes. *hv*

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