Exkursion ins Land der Kontraste

(Chinareise der ETG-Kurzschluß)

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Gutgelaunt und voller Erwartungen gingen wir in Frankfurt an Bord einer Boing 747 der Lufthansa, die uns nach acht Stunden Flug, sicher an unsere erste Station, nach Peking brachte. Bereits noch am selben Tag startete unser offizielles Programm mit einem Vortrag der Hanns Seidel Stiftung über deren Arbeit in Peking.

Am darauffolgenden Tag besuchten wir SMI, das Siemens Management Institut, dessen Mitarbeiter uns während des gesamten Aufenthaltes in Peking und sogar auch in Xi´an, mit Rat und Tat zur Seite standen.

Zum Abschluß des offiziellen Teils in China´s Hauptstadt, statteten wir noch der Peking und der Tschinqua Universität einen Besuch ab. Nach einer herzlichen Begrüßung und einem Rundgang durch das Archäologiemuseum beider Universitäten, bot sich uns die Möglichkeit, direkt mit Studentinnen und Studenten zu sprechen. Jeder war erstaunt über das riesige Areal, das ein chinesischer Campus zu bieten hat.

Die nächsten Tage standen im Zeichen touristischer Erkundungen. So wurden natürlich die Hauptattraktionen, z.B. der Kaiserpalast, der Sommerpalast und auch die chinesische Mauer, angesteuert. Aber auch das bunte Treiben in den Straßen und auf den Märkten wurde genau unter die Lupe genommen. Nach acht Tagen hieß es dann Abschied nehmen. Mit einem Airbus A340 der Shandong Airlines flogen wir weiter zu unserer zweiten Station nach Jinan, der Hauptstadt der Provinz Shandong. Ausgangspunkt für alle weiteren Aktivitäten war hier das „Foreign Student Hotel“, das Studentenwohnheim für Ausländer an der Shandong Universität, der Partneruniversität der FAU Erlangen-Nürnberg.

Professor Tong und sein Assistent stellten uns nicht nur ihre Universität vor, sie kümmerten sich auch während des gesamten Aufenthaltes in Jinan um die gesamte Logistik. Zu Beginn unseres offiziellen Programms in Jinan statteten wir dem Bavarian Office und der im selben Gebäude angesiedelten Siemensvertretung einen Besuch ab. Weiterhin konnten wir mit der Siemens Transformer Company (STC) unser erstes Joint Venture besichtigen, bei dem neben den hier gefertigten Transformatoren auch die Informationen über Fertigungs- und Absatzbedingungen sehr aufschlußreich waren.

Höhepunkt des Aufenthalts in Jinan war jedoch neben anderen Sehenswürdigkeiten, die Besteigung des Taishan, dem heiligsten Berg China´s. Anfangs wurden noch Witze über die 6300 zu bezwingenden Stufen gerissen, als wir aber nach zwei Stunden anstrengendem Treppensteigen gerade mal die Hälfte erreicht hatten, verstummten diese Bemerkungen. Nach knapp vier Stunden Anstrengung war es dann soweit, wir betraten den Innenhof des Klosters am Gipfel des Taishan. Dieses Gefühl war so phantastisch, daß man es nur schwer in Worte fassen kann.

Am 14. November mußten wir dann zum zweiten Mal Abschied nehmen, denn unsere Reise führte uns weiter nach Xi´an, einer Stadt, die spätestens seit dem Besuch des amerikanischen Präsidenten bekannt sein dürfte.

Mit Siemens Signal Ltd. konnten wir ein weiteres Joint Venture besichtigen. In diesem Joint Venture werden vor allem Stellweichen für Gleisanlagen gefertigt. Hier bot sich uns auch erstmals die Gelegenheit, die chinesische Partnerfirma von Siemens Signal Ltd. kennenzulernen. Ein Rundgang durch die Produktions- und Fertigungsstätten gestattete einige Einblicke in die chinesische Berufs- und Arbeitswelt. Anschließend ging es weiter zur Jiatong Universität. Dieser Besuch gipfelte in einem gemeinsamen Abendessen mit chinesischen Studenten, bei dem so manches interessante Thema diskutiert wurde. Ein Erlebnis besonderer Art war der Besuch einer traditionellen Theatervorstellung, welche die Geschichte der Tang-Dynastie widerspiegelte.

Ein weiterer historischer Höhepunkt schloß sich mit dem Besuch von „Bingma Yong“, der Terrakotta-Armee an. Diese Grabbeigabe für einen chinesischen Kaiser umfaßt ca. 8000, fast lebensecht wirkende Tonsoldaten.

Mit einem „zai jian“ (Auf Wiedersehen) verließen wir Xi´an, um nach Shanghai, der letzten Etappe dieser Endeckungsreise, weiter zu ziehen.

Shanghai präsentierte sich mit einem Stadtbild, das sich von den zuvor gesehenen Städten völlig unterschied. Hier entsteht ein Wolkenkratzer nach dem anderen.

Die von einem deutschen Arzt 1907 gegründete Tongji Universität, sowie das am selben Standort angesiedelte chinesisch-deutsche Hochschulkolleg, war Ziel unserer ersten Station in Shanghai. Von hier aus konnten wir auch zu Fuß das „German Centre“ erreichen, eine Institution, die deutschen Firmen die Möglichkeit bietet, vor Ort in China präsent zu sein.

Mit dem Siemens Telecom Power Supply Ltd, einer Firma, die sich mit Telekommunikation beschäftigt, erkundeten wir unser letztes Joint Venture auf dieser Exkursion.

Einen letzten touristischen Leckerbissen bekamen wir mit einer Bootsfahrt auf dem Huanpu River hin zum Changjiang River geboten. Dieser Fluß ist an manchen Stellen so riesig, daß er kaum noch von einem Meer zu unterscheiden ist. Nach drei Stunden Fahrt legte das Passagierschiff wieder am „Bund“, der Uferpromenade von Shanghai an. Der Anblick, der in der Dunkelheit schillernden Lichter und Leuchtreklamen verzauberte auf eine besondere Art.

Von den Ausbildungsstätten der Hanns Seidel Stiftung ging es dann direkt zum Flughafen und zurück nach Deutschland.

Ich bin mir sicher, daß durch diese Exkursion ins Reich der Mitte die bereits vorher hergestellten Beziehungen auf eine sehr unkomplizierte und offene Art weiter ausgebaut wurden, so daß dieses erlebnisreiche Abenteuer bei allen Beteiligten noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

Text und Fotos : Uwe Wissendheit

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